krafttraining.de

Auswahl wissenschaftlicher Artikel

Rückenschmerzen gelten in der Medizin als „bio-psycho-soziales Syndrom“, das zahlreiche Ursachen haben kann und durch vielfältigste Faktoren beeinflusst wird. Die Muskulatur gilt als die wichtigste biologische Komponente des Rückenschmerzes.

Klinische Studien haben gezeigt, dass die genaue Ursache von Rückenschmerzen in mindestens 50 Prozent aller Fälle unklar bleibt und in 60 bis 70 Prozent der Fälle keine medizinischen Befunde feststellbar sind.

Grund genug für FPZ, weiter zu forschen:

  • für ein immer klareres, differenzierteres Verständnis der Ursachen,
  • nach einer wirksamen Therapie für das muskuloskelettale System als entscheidender biologischer Komponente
  • nach ebenso wirksamen Therapieansätzen für die psychosozialen Faktoren und
  • nach effizienten Wegen zu einer ganzheitlichen Prävention und Sekundärprävention. 

Hier finden Sie eine Auswahl wissenschaftlicher Artikel

Eigenverantwortung kann erlernt werden - Zwei Studien zu psycho-sozialen Hintergründen

Eigenverantwortung kann erlernt werden - Zwei Studien zu psycho-sozialen Hintergründen

Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten und kostenintensivsten Beschwerden unserer Zeit. Zwei Drittel der Bundesbürger sind betroffen. Der volkswirtschaftliche Schaden beträgt jährlich rund 49 Milliarden Euro. Um Ursachen für die Volkskrankheit zu finden, geht die moderne Forschung immer häufiger auch psychischen Faktoren und deren Einfluss auf den Therapieverlauf auf den Grund. Wie steht der Patient zu seinen Schmerzen? Wie sehr glaubt er an den Erfolg seiner Therapie? Zwei aktuelle Studien zeigen jetzt: Psychische Komponenten haben einen signifikanten Einfluss auf den Erfolg einer Rückenschmerztherapie.


Ziel der Studien war es, Erkenntnisse darüber zu erhalten, wie stark Patienten den persönlichen Einfluss auf ihre Beschwerden einschätzen und wie sich dieses Gefühl im Laufe der Therapie entwickelt. Vergangene Forschungen haben ergeben, dass Patienten mit einer hohen Eigenverantwortlichkeit gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Therapie mitbringen, da sie ein hohes Maß an Motivation und Vertrauen besitzen. Ein weiteres Ziel der Studien war es herauszufinden, wie sich die psychologische Komponente Angst vor Schmerzen während der Behandlung verhält. Bei starken Beschwerden neigen Patienten oft zu Angst-Vermeidungsverhalten und nehmen eine Schonhaltung ein, die zu weiteren Beschwerden führen kann.

Die Ergebnisse der Studien beruhen auf analytischen Befragungen und Auswertungen der über sechs Jahre gesammelten Datensätze von Rückenschmerzpatienten, die an der FPZ Therapie teilgenommen haben. 

Die von FPZ durchgeführten Studien befassten sich sowohl mit dem Angst-Vermeidungsverhalten von Rückenschmerzpatienten als auch mit deren Kontrollüberzeugung. Mithilfe der umfassenden Analyse zu Beginn und zum Abschluss der FPZ Therapie konnten diese beiden Aspekte bei Rückenschmerzpatienten untersucht werden und gaben somit Aufschluss über den Einfluss von psychosozialen Faktoren während der Therapie. Patienten mussten beispielsweise angeben, wie sie zu ihren Schmerzen stehen, welche Einstellung sie zur Therapie haben und wie sich Beschwerden auf ihre Leistungsfähigkeit auswirken. Auf Grundlage der Antworten kann der Therapeut individuell auf den Patienten und seine Verhaltensmuster sowie Ängste eingehen, was sich positiv auf den Therapieerfolg auswirken kann. Da die Befragung vor und nach der Behandlung stattfindet, können Rückschlüsse auf eine mögliche Verhaltensänderung des Patienten gezogen werden. 

Eine Studie untersuchte, wie Patienten den Einfluss eigener oder fremder Handlungen auf ihre Schmerzen einschätzen. Hier wurden 1.255 Männer und Frauen befragt. Im Laufe der FPZ Therapie zeigte die Mehrheit der Teilnehmer eine Zunahme des Gefühls der Einflussnahme auf die eigenen Schmerzen sowie eine Abnahme der Fremdbestimmung. Den Patienten wird demnach bewusst, dass sie ihre Beschwerden mit ihrem Handeln aktiv beeinflussen können – ein Ziel, das die FPZ Therapie durch persönliche Begleitung und Eigenverantwortung des Patienten ansteuert. Persönlicher Einsatz im Training stärkt das Gefühl der eigenen Kontrollierbarkeit, wobei Schmerzen diese Motivation immer wieder hemmen können. Patienten verlieren bei starken Schmerzen den Glauben an die eigene Einflussnahme und gewinnen diesen im Laufe der FPZ Therapie zurück.

In einer zweiten Studie wurden 3.596 Patienten hinsichtlich ihres Angst-Vermeidungsverhaltens evaluiert. Dadurch, dass es während der FPZ Therapie zum Aufbau der wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur kommt, nahmen im Laufe der Therapie immer weniger Teilnehmer eine typische Schonhaltung ein. Mit abnehmenden Schmerzen und Ängsten steigen Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Die Patienten gewinnen ohne Vermeidungsverhalten ein aktiveres Leben zurück. Diese Entwicklung zeigte sich in vielen Fällen bereits nach drei Monaten, was verdeutlicht, wie wichtig die Berücksichtigung psychischer Faktoren in der Rückenschmerztherapie ist. Reines Krafttraining zeigt bereits einen positiven Effekt, der durch individuelle psychologische Betreuung noch einmal deutlich verstärkt wird. Wie lange ein Patient schon unter Schmerzen leidet, hat dabei keinen Einfluss. Somit haben Patienten mit längerer Beschwerdedauer die gleichen Chancen, ihre eigene Einstellung zum Schmerz zu verändern.

Insgesamt machen die Studienergebnisse deutlich, wie wichtig die Berücksichtigung psychologischer Komponenten in der Rückenschmerztherapie ist. Die Einstellung gegenüber den eigenen Rückenschmerzen hat Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Patienten. Durch eine Eingangsanalyse, wie sie die FPZ Therapie vorsieht, kann das Angst- und Motivationsverhalten der Patienten eingeschätzt und die Therapie individuell angepasst werden.

Die Studien können Sie gerne direkt über michael.hollmann(at)fpz.de anfordern.

zurück

Zurück zur mobilen Version der Website