Das Glossar.

Die häufigsten Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems einfach erklärt.

Arthrose.

Alles rund um Verschleiß am Hüft- oder Kniegelenk.

Aufgrund der hohen Belastungen, die das ganze Leben auf die Hüftgelenke wirken, ist die Hüftarthrose eine der häufigsten Formen des Gelenkverschleißes. Viele Menschen haben, insbesondere im fortgeschrittenen Lebensalter, eine Abnutzung der Gelenke und der gelenkumgebenden Strukturen.

Es ist nun nicht so, dass dieser Verschleiß unter allen Umständen zu Beschwerden führen muss. Im Gegenteil: Die Mehrzahl der Menschen mit Gelenkverschleiß bleibt weitestgehend beschwerdefrei und ist kaum bis gar nicht im Alltag eingeschränkt. Ein Gelenkverschleiß ohne Schmerzen kommt also häufiger vor als ein Gelenkverschleiß mit Schmerzen. Beschwerden treten dann auf, wenn Aufgrund von Überlastung das Gelenk mit Reizung, Entzündung und Schwellung reagiert oder die Gelenke hochgradig betroffen sind. Bezüglich der Einteilung der Arthrose-Grade existieren unterschiedliche Skalen. Eine gängige Einteilung sind die Grade 0 – 4, wobei Stadium 3 und 4 hochgradige Arthrosen darstellen.

Der Grund für eine Überbelastung kann vielfältig sein und hängt unter anderem von individuellen körperlichen Voraussetzungen ab wie z.B. dem Winkel, mit welchem das Hüftgelenk zur Gelenkpfanne steht (Centrum-Collum-Diaphysen-Winkel oder CCD-Winkel) sowie von der muskulären Situation; also ob man trainiert oder untrainiert ist und über eine ausreichende Fitness verfügt.

Ein Fortschreiten einer Arthrose wird durch unterschiedliche Risikofaktoren begünstigt.

Die sogenannte sekundäre Arthrose beruht auf Vorschädigungen, wie z.B. X- oder O-Beinstellungen, Übergewicht, Krankheiten wie Rheuma oder Verletzungen wie Knochenbrüchen.

Bei einer primären Arthrose liegen solche Vorschädigungen nicht vor. Man könnte auch sagen: Im Falle der primären Arthrose haben wir es mit einem „normalen“ Alterungsprozess zu tun, der je nach genetischer Veranlagung und Lebensführung früher oder später auffällt, meist dann, wenn Probleme entstehen.

Unabhängig von der Ursache nutzt sich der Knorpel nicht von jetzt auf gleich ab. Zunächst zeigen sich nur leichte Veränderungen zwischen den Gelenkflächen. Der Körper ist bestrebt, sich immer den neuen Bedingungen anzupassen. Diese Anpassung kann sich z.B. in einer Vergrößerung der Gelenkfläche in Form von knöchernen Auswüchsen zeigen. Hierdurch kann der Körper den Druck großflächiger im Gelenk verteilt.

Bisher gehen Mediziner davon aus, dass einmal abgebauter Knorpel nicht wieder neu gebildet werden kann. Das heißt allerdings nicht, dass es keine Möglichkeit gibt, ein schmerzhaftes Hüftgelenk zu behandeln. Deutschland ist weltweit im Bereich der Hüftoperationen und der künstlichen Hüftgelenke zwar unter den Spitzenreitern, doch es gibt auch einen anderen Weg, der dazu führen kann, dass trotz schmerzhafter Hüftarthrose eine Operation verhindert werden kann. Dies ist ein gezieltes Bewegungsprogramm, Anleitung zur Verhaltensänderung und ein angepasstes Schmerzverständnis.

Bei Bewegung werden vielfältige Prozesse in Gang gesetzt, das Gelenk wird besser versorgt und beweglicher. Eine bessere muskuläre Kraft- und Bewegungskontrolle sorgt für mehr Stabilität und verringert die Überlastungssymptome. Insbesondere bei der sekundären Arthrose sind Programme zur Verhaltensänderung sinnvoll, da hierdurch Risikofaktoren positiv beeinflusst werden können. Ein gutes Verständnis von Schmerz vermittelt den Betroffenen mehr Sicherheit im Umgang mit Schmerz und führt langfristig zu einer angepassten Schmerzwahrnehmung und Schmerzverarbeitung. Dadurch ist es den Betroffenen trotz Arthrose möglich ein schmerzfreies oder zumindest schmerzärmeres Leben zu führen.
Die Gonarthrose ist eine degenerative Erkrankung, welche sich durch den Verschleiß der Knorpelschicht des Kniegelenks auszeichnet. Man unterscheidet zwischen 2 verschiedenen Arten: die mediale Gonarthrose betrifft dabei den inneren Teil des Kniegelenks und die laterale Gonarthrose den äußeren Teil.

In den meisten Fällen handelt es sich um eine sogenannte „Primäre Arthrose“, welche aufgrund des altersbedingten Knorpelabbaus entsteht. Bei angeborenen Fehlstellungen, bestimmten Erkrankungen oder Verletzungen, die einen Verschleiß der Knorpelmasse auslösen, spricht man von der „Sekundären Gonarthrose“.

Ursachen
Die häufigsten Ursachen sind Übergewicht, Fehlbelastungen/Überlastungen, Verletzungen und angeborene Fehlstellungen, wie X-Beine oder O-Beine.

Symptome
Im Anfangsstadium sind Patienten mit Gonarthrose meist schmerzfrei. Erst später können Belastungsschmerzen, vor allem nach längeren Ruhepausen (Anlaufschmerz), beim Treppensteigen oder Bergablaufen, entstehen. Weitere typische Symptome sind außerdem Knack- und Reibegeräusche, Schwellung und Wärme des Gelenks. Je weiter die Gonarthrose fortschreitet, desto häufiger können Schmerzen auftreten und die Bewegungsfähigkeit einschränkt werden.

Behandlung und Therapie
Um in den Akutphasen Schmerzen zu lindern, werden meist Medikamente verordnet. Um außerdem die Versorgung des Knorpels zu verbessern, können physikalische Therapiemaßnahmen, wie beispielsweise Kälte-/Wärmetherapie in Anspruch genommen werden.

Vor allem können jedoch konservative Methoden bei einer Gonarthrose helfen, Schmerzen zu reduzieren und eine Stabilität im Gelenk wiederherzustellen. Gezielte physiotherapeutische Maßnahmen und sporttherapeutisches Training helfen hierbei, die Kraft aufzubauen, die Koordination zu verbessern und die Muskulatur zu stärken. Durch angepasste Bewegung wird der Knorpel außerdem besser versorgt, es wird mehr „Gelenkschmiere“ gebildet, sodass es zu einem geringeren Abrieb kommt. Geeignete Sportarten sind hierbei vor allem Schwimmen, Walken, Radfahren und ein zusätzliches, gezieltes und individuell angepasstes Kraft-/Muskeltraining.

Abgenutztes Knorpelgewebe kann zwar somit nicht wiederaufgebaut werden, jedoch wird vor allem durch konservative Methoden einem weiteren Verschleiß entgegengewirkt und somit im besten Fall eine OP vermieden.

Quellen
Hüter-Becker, A. & Dölken M. (Hrsg.) (2005) Physiotherapie in der Orthopädie, Physiolehrbuch Praxis. Georg Thieme Verlag: Stuttgart.

Hepp, W.R. & Debrunner, H. (2004) Orthopädisches Diagnosikum. Georg Thieme Verlag: Stuttgart.

MVZ Gelenkklinik (2020) Gonarthrose. Online unter: https://gelenk-klinik.de/orthopaedie-glossar/gonarthrose.html.

Das Impingement-Syndrom, oder auch Engpasssyndrom genannt, beschreibt eine meist mit Schmerzen verbundene Einklemmung von Sehnen oder Gelenkkapselanteilen innerhalb eines Gelenkspaltes. Dies führt häufig zu einer degenerativen Veränderung des Gelenks, die mit einer eingeschränkten Beweglichkeit einhergeht. Das Impingement-Syndrom zeigt sich meist im Schulter- und Hüftgelenk, seltener auch im Sprunggelenk. Davon betroffen sind circa 10% der deutschen Bevölkerung.

Ursachen
Die Ursachen eines Impingement-Syndroms sind vielseitig. Arthrose kann z.B. eine Ursache sein, da sie zu knöchernen Anbauten innerhalb des Gelenkes führt und somit den Platz im Gelenk einschränkt. Aber auch eine Überbelastung des Gelenks kann zu einem Impingement-Syndrom führen. Bei Überbelastung kann es zur Verdickung der Sehnen kommen, was wiederum zu einem verringerten Gelenkrinnenraum führt, so dass Knochenstrukturen, Muskeln und Schleimbeutel eingeengt werden und aneinander reiben. Weitere Auslöser des Impingement-Syndroms können schlecht verheilte Frakturen oder auch Kalkablagerungen in den Gelenken und Sehnen selbst sein. Nicht selten kommt es zu einer Kombination der verschiedenen Risikofaktoren.

Symptome
Je nach betroffenem Gelenk kommt es zu verschiedenen Symptomen. Generell sind Schmerzen innerhalb des Gelenks zu spüren, die sich unter Belastung meist verstärken und zu einer Schonhaltung führen. Oft ist das Gelenk schmerzbedingt nur eingeschränkt bewegbar.

Therapie
Bei Symptomen und Verdacht auf das Impingement-Syndrom ist es ratsam, einen Facharzt für Orthopädie aufzusuchen. Neben einer konservativen Behandlung mit Schmerzmitteln und Schonhaltung ist es ratsam, gezielte Physiotherapie in Anspruch zu nehmen. Mit speziellen Übungen können die umliegende Muskulatur und besonders die Außenrotatoren des Gelenks gekräftigt werden, um der Verengung des Gelenkspaltes entgegenzuwirken. Bei anhaltenden Schmerzen kann eine operative Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Quellen
Rüther, W. & Lohmann, C.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Elsevier Verlag, 20. Auflage, 2014

Niethard, F. et al.: Duale Reihe - Orthopädie und Unfallchirurgie, Georg Thieme Verlag, 6. Auflage, 2009

Christina Garving, Sascha Jakob, Isabel Bauer, Rudolph Nadjar, Ulrich H. Brunner: Impingementsyndrom der Schulter. In: Deutsches Ärzteblatt. Band 114, Nr. 45, 2017, S. 765–776, 2017

https://gelenk-klinik.de/orthopaedie-glossar/impingement (2020, MVZ Gelenkklinik)
Als Labrumläsion bezeichnet man einen Riss der Gelenklippe in der Hüfte. Normalerweise kleidet diese Ausstülpung aus Fasergewebe die Hüftgelenkpfanne aus und agiert somit als Dämpfer. Gleichzeitig kann durch die glatte Oberfläche der Oberschenkelkopf in der Hüftpfanne gleiten.

Bei der Labrumläsion bilden sich anfangs meist nur oberflächliche Risse, die sich bei wiederkehrender Belastung vergrößern. Als Folge kann sich das Labrum vom Pfannenrand immer mehr ablösen, sodass der Knorpel in der Hüftpfanne freigelegt wird. Dies kann dann zu einer Hüftarthrose führen.

Ursachen
Eine häufige Ursache für die Labrumläsion sind Bewegungen, die mit einer vermehrten Rotation der Hüfte einhergehen. Jedoch können auch Verletzungen oder Krankheiten die Ursache sein, die zur Schädigung der Gelenklippe und des Knorpels beitragen. Auch eine Fehlstellung der Hüftpfanne kann Ursache für die Labrumläsion sein.

Symptome
Bei kleineren Läsionen bemerken die Patienten oft keine Symptome. Bei größeren Labrumverletzungen werden oft klemmende oder stechende Schmerzen im Gelenk wahrgenommen.

Therapie
Eine Labrumläsion erfordert nicht immer eine Operation. Nur bei einem vollständigen Abriss der Gelenklippe ist eine OP meist unabdingbar. In allen anderen Fällen werden konservative Behandlungsmöglichkeiten eingesetzt – von physikalischer Therapie über Injektionen und entzündungshemmenden Medikamenten. Im Fokus steht nicht nur die Schmerzlinderung, sondern auch das Training der Beweglichkeit und der Kraft, um die Muskulatur zu stärken. Auch bei der in manchen Fällen entstehenden Arthrose können konservative Therapiemaßnahmen erfolgreich eingesetzt werden.

Quellen
https://gelenk-klinik.de/hueftgelenk/labrumlaesion-verletzung-der-gelenklippe-der-huefte.html (2020, MVZ Gelenkklinik)

Horisberger, M., Brunner, A., Valderrabano, V. & Herzog, R. F. (2010). [Femoroacetabular impingement of the hip in sports – a review for sports physicians]. Sportverletzung Sportschaden : Organ der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin, 24(3), 133–139.

Graf, C. (2012). Lehrbuch Sportmedizin. Basiswissen, präventive, therapeutische und besondere Aspekte. Deutscher Ärzteverlag GmbH: Köln.

Rückenschmerzen.

Alles rund um Rücken und Nacken.

Der Bandscheibenvorfall ist wahrscheinlich die meist überschätzte muskuloskelletale Erkrankung. Bandscheiben sind zwar auch die Puffer der Wirbelsäule und verhindern, dass die Wirbelknochen bei Bewegung und Belastungen wie Laufen, Rennen, und Springen direkt aufeinander reiben. Diese Aufgabe können sie aber in den meisten Fällen trotz Bandscheibenvorfall gut erfüllen.

Der Körper ist ein biologisches System, kein mechanisches, was bedeutet, dass er sich Belastungen anpassen kann und über enorme Reservekapazitäten verfügt. Deshalb nutzen sich die Bandscheiben auch nicht, wie die Stoßdämpfer am Auto, mit der Zeit ab. Auch sogenannte degenerative Veränderungen an den Bandscheiben haben nicht zwangsläufig einen Krankheitswert. Sie sind vielmehr vergleichbar mit der Faltenbildung im Gesicht im Alter.

Die meisten Bandscheibenvorfälle sind Zufallsbefunde. In vielen Studien konnte gezeigt werden, dass die allermeisten symptomfreien Gesunden einen oder mehrere Bandscheibenvorfälle haben, ohne jemals Rückenschmerzen gehabt zu haben. Deshalb gilt: Eine defekte Bandscheibe alleine wirft niemanden aus der Bahn.

Bei einem Bandscheibenvorfall reißt der feste Faserring, der die Bandscheibe zusammenhält. Dann tritt eine weiche Gallertmasse aus. In den meisten Fällen bleibt das unbemerkt. In den weitaus selteneren Fällen kommt es vor, dass ein akuter Bandscheibenvorfall Betroffene mit starken Schmerzen oder Lähmungen außer Gefecht setzt und in noch selteneren Fällen ist eine Operation wirklich erforderlich.

In weit mehr als 80 Prozent der Fälle hilft eine Therapie mit Muskeltraining, Bewegungsübungen und Gymnastik. Die FPZ Therapie ist ein individueller Mix aus diesen drei Komponenten und versorgt bei intensiver Betreuung Bandscheibenpatienten mit einem individuellen Trainingsplan – schonend, nachhaltig, persönlich.
Der Bauch wölbt sich nach vorn, das Schulterblatt nach hinten, der Arzt und auch der Therapeut erkennt es auf den ersten Blick. Dabei sind sowohl ein „Hohlkreuz“ als auch ein Rundrücken vollkommen normale Variationen der Wirbelsäule.

Schuld ist in der Regel auch nicht der Schreibtischjob als „Erzfeind des gesunden Rückens“. Wie alle anderen Variationen von Körperhaltung korrelieren weder Hohlkreuz noch Rundrücken mit Rückenschmerzen – das bedeutet, dass es keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Körperhaltung und Schmerzen gibt. Von einer „falschen Haltung“ zu sprechen wäre also nicht korrekt. Im Gegenteil: Die Überzeugung, eine falsche Haltung zu haben, führt sogar in den meisten Fällen dazu, dass Rückenbeschwerden zunehmen.

Eine klare Ursache für Rückenschmerzen ist dagegen der Bewegungsmangel, da dieser zur Abschwächung der Muskulatur und zum Rückgang wichtiger koordinativer Fähigkeiten führt. Die gekrümmte Wirbelsäule ist mittelfristig auch nicht Ursache für Verspannungen, Schmerzen und Beschwerden und prädisponiert auch nicht für einen Bandscheibenvorfall. Bewegung und gezieltes Training wie bei FPZ helfen, dem Rückgang der Muskulatur und der koordinativen Fähigkeiten vorzubeugen bzw. diese wieder aufzubauen und zu verbessern. Die Korrektur der Haltung in Richtung einer „Norm“ führt häufig erst zu chronischen Rückenschmerzen.

Ein rückenfreundliches Leben ist ein aktives Leben mit vielen unterschiedlichen Bewegungen. Beginnen Sie deshalb besser früh als spät, besser heute als morgen, sich ausreichend zu bewegen und regelmäßig zu trainieren.
Der Ischiasnerv, in der Fachsprache „Nervus ischiadicus“ genannt, ist der längste und mit 1,5 cm Durchmesser auch der dickste Nerv des Menschen. Er setzt sich aus den Rückenmarksnerven mehrerer Wirbelsegmente des 4. Lendenwirbels bis zum 3. Sakralwirbel zusammen. Der Ischiasnerv versorgt als einziger Nerv den Unterschenkel.

Ausstrahlende Schmerzen in die Beine, sogenannte Ischiasbeschwerden, sind häufig das Resultat von Sensibilitätsänderungen unterschiedlicher Rezeptoren des Nervensystems oder einer Entzündungsreaktion. Diese können durchaus entfernt von der schmerzhaften Körperregion liegen. Das Gehirn interpretiert die einlaufenden Signale dann fälschlicherweise als Schmerz auf der Rückseite der Beine. Sehr selten kommt es vor, dass die Wurzel des Nervs im unteren Rücken gereizt wird, etwa durch einen Bandscheibenvorfall. Eine OP- Indikation ist dann gegeben, wenn gravierende Lähmungen wie Fallfuß oder das sogenannte Kaudasyndrom auftreten. Bei einem Kaudasyndrom handelt es sich um Empfindungsstörungen im Bereich der Enddarmöffnung, der Geschlechtsorgane und der inneren Oberschenkel oder plötzlich auftretende Inkontinenz.

Die „Ischialgie“ allein ist aber keineswegs ein deutliches Zeichen für eine Operation. MRT und Röntgen schaffen bei dieser Symptomatik nicht unbedingt Klarheit. Medikamente leisten Soforthilfe in Bezug auf Schmerz. Wärme, Massagen und Akupunktur sind entgegen weitläufiger Annahmen nur kurzfristig zur Behandlung von Schmerzen wirksam.

Langfristig hingegen wirken, wie bei den meisten muskuloskelettalen Beschwerden, regelmäßige Bewegung und dosierte Belastung mehrmals pro Woche: Kraft und Ausdauertraining, egal in welcher Form, wird hier empfohlen. Dabei muss nicht unbedingt viel Zeit aufgewendet werden: Aktuelle Studien zeigen, dass schon 20 Minuten moderates Training 3 – 5 Mal pro Woche ausreichen, um nach ca. 6 Wochen eine deutliche Schmerzreduktion zu erfahren.
Ein Schuss, dann ist Schluss: Wen die Hexe erwischt, der kann sich tagelang vor Schmerzen weder vorbeugen noch aufrichten. Das glauben viele, aber es entspricht zum Glück überhaupt nicht den Tatsachen. Bei einem Hexenschuss, im Fachjargon Lumbalgie, Lumbago oder Lumbalsyndrom, handelt es sich häufig um eine Verspannung der Muskulatur. Diese kann sich über Tage angebahnt haben und muss nichts mit der Bewegung zu tun haben, die angeblich den schmerzhaften Hexenschuss ausgelöst hat. Im Gegenteil, wahrscheinlich haben Sie sich in den letzten Tagen sogar zu wenig bewegt oder zu einseitig beansprucht.

Im Durchschnitt macht jeder Mensch einmal in seinem Leben diese Erfahrung, häufig im Alter zwischen 30 und 50 Jahren. Eine Lumbalgie braucht selten Behandlung, in den meisten Fällen lassen Schmerz und Bewegungseinschränkungen nach wenigen Tagen nach.

Als Sofortmaßnahme verschafft alles Linderung, was die Muskulatur entspannt und die Durchblutung fördert. Wie bei den meisten muskuloskelletalen Beschwerden, hilft am besten eine aktive ausgewogene Lebensweise. Das bedeutet insbesondere auch ein gesundes Verhältnis von Belastung und Erholung.

Untersuchungen zeigen, dass regelmäßige Bewegung mit einer Dauer von mehr als 20 Minuten am Stück in einer Ihnen angenehmen Form, wie zum Beispiel Fahrrad fahren oder spazieren gehen, ausreichen, um Beschwerden zu vermeiden.

Muskeln und Bänder des Rückens passen sich, wie alle biologischen Systeme, der Belastung an. Diese Strukturen werden sogar stabiler, wenn sie regelmäßig belastet werden. Daher sind möglichst vielfältige Formen von Bewegung geeignet, einen Hexenschuss wirksam vorzubeugen. Haben Sie keine Angst, mit falschem Fuß aus dem Bett zu steigen!

FPZ informiert Sie über Möglichkeiten zur Prävention. Dann gelingt es mühelos, dem nächsten Schuss ausweichen.

Einen Arzt sollten Sie aufsuchen, wenn die Beschwerden sich nicht innerhalb den nächsten zwei bis drei Tage verbessern oder wenn Sie ausstrahlende Beschwerden oder gar Lähmungserscheinungen haben.
Die Osteochondrose ist häufig im Bereich des Rückens, insbesondere bei beschwerdefreien Personen per Zufallsbefund zu beobachten. Hinter dem Medizinergriechisch verbirgt sich die Abflachung der Bandscheiben, wobei sich die Knochen („osteo“), der Wirbelkörper und der Knorpel („chondro“) der Bandscheiben anpassen. Diese Anpassung zeigt sich in einer Vergrößerung der Gelenkflächen aufgrund der Beanspruchung. Zudem verändern die Bandscheiben dabei ihre Elastizität und Form.

Wie viele anderen altersbedingten Veränderungen der Wirbelsäule ist auch die Osteochondrose meist vollkommen harmlos und wird von den meisten Menschen nicht bemerkt. Häufig werden einseitige Belastungen und wenig Bewegung, das Sitzen am Schreibtisch, am Steuer oder die häufige Nutzung des Smartphones für die Entstehung einer Osteochondrose verantwortlich gemacht.

In der Tat ist es so, dass Bandscheiben speziell dafür gemacht sind, komprimiert zu werden, um sich bei Entlastung wieder mit Flüssigkeit vollzusaugen. Genauer gesagt ist dies der einzige Mechanismus, über den sich eine Bandscheibe überhaupt ernähren kann. Allerdings nimmt mit zunehmendem Alter die Fähigkeit der Bandscheiben ab, Flüssigkeit aufzunehmen. Deshalb kommt es völlig physiologisch zu einer Abflachung von Bandscheiben. Dies hat kaum einen Krankheitswert und ist selten die entscheidende Ursache für Rückenschmerzen.

In keinem Fall verharren Bandscheiben nach einer der oben genannten Belastungen in der gepressten Form und Stöße auf die Wirbelsäule werden deshalb auch nicht schlechter abgefedert.

Bei schmerzhaften Rückenbeschwerden mit einhergehender Osteochondrose verschafft die Behandlung mit Medikamenten meist nur kurzfristig Linderung und sollte immer ärztlicherseits abgesprochen sein. Langfristig kann ein regelmäßiges und nachhaltiges Training der Rücken- und Bauchmuskulatur sowie der Muskulatur der Halswirbelsäule sehr viel wirksamer Rückenbeschwerden entgegenwirken. Denn im Anschluss an eine Belastung, in der Entlastungsphase, baut sich jede Form von Gewebe, auch Bandscheibengewebe, verstärkt wieder auf und wird belastbarer. Es benötigt in der Regel einen langen Atem, da sich viele Strukturen im Körper erst über einen Zeitraum von mehreren Wochen bis zu mehreren Monaten anpassen. Wenn eine solche Anpassung stattgefunden hat, sorgen ein weiterführendes Training und die damit einhergehende Verhaltensänderung für langfristigen Erfolg.

Dabei ist es übrigens nicht entscheidend, ob dies im Rahmen einer Therapie oder im Rahmen von gesundheitsorientiertem Training oder Freizeitsport geschieht. Die beste Therapie ist die Vorbeugung. Angemessene Belastung und Bewegung, viel Abwechslung und bewusstes Rückentraining sind in diesem Fall oft der Schlüssel zu mehr Lebensqualität.
Der Knochenschwund, Mediziner sagen Osteoporose, ist ein Ungleichgewicht in der Aktivität der Osteoblasten, welche den Knochen aufbauen und Osteoklasten, die für den Abbau von Knochengewebe verantwortlich sind. Durch diesen Auf- und Abbauprozess erneuert sich unser Skelett in der Regel alle 7 Jahre und passt sich dabei immer wieder neuen Anforderungen an. Bei überwiegender Osteoklastenaktivität wird der Knochen mit der Zeit porös, so dass dieser bereits bei geringeren Belastungen als üblich seiner Aufgabe nicht mehr gewachsen ist.

Die Osteoporose hat ihre Ursache vermutlich in einer Störung des Stoffwechsels und verläuft oft über einen langen Zeitraum meist vollkommen unbemerkt. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die Osteoporose ist zwar nicht ursächlich heilbar, allerdings kann ihr Verlauf vor allem mit intensivem Krafttraining zumindest stark verzögert werden. Häufig lässt sich der Verlauf mit ausreichend hoch dosiertem Krafttraining sogar umkehren, so dass trotz bestehender Osteoporose mehr Knochenmasse auf- als abgebaut wird und damit die Belastbarkeit im Verlauf des Trainings sogar noch zunimmt.

Wenig bis gar keinen Erfolg bezüglich der Behandlung und Vorbeugung der Osteoporose haben Maßnahmen ergeben, die allein auf Verzicht auf Tabak, Kaffee und Alkohol gesetzt haben und dafür vermehrt Vitamin D- und Calciumhaltige Lebensmittel, wie Milchprodukte, Eier und grünes Gemüse zu sich genommen haben.

Erst wenn auch viel Bewegung und Krafttraining mit hohen Intensitäten hinzukommen, kann mit einer Verbesserung der Situation gerechnet werden. Gezieltes individuelles Krafttraining wie es bei FPZ angewendet wird, ist für Knochen und Muskulatur die wichtigste Vorbeugung und die beste Therapie.
Meistens tut es einfach weh. In 80 Prozent der Fälle stellt der Arzt die Diagnose „Unspezifischer Rückenschmerz”. Diese Diagnose bedeutet nicht, dass es keine Ursache für die Rückenbeschwerden gibt. Eher lässt die ärztliche Diagnostik keine eindeutige Ursache zu, da oft eine Vielzahl von Faktoren den Rückenschmerz beeinflussen. Weil Faktoren wie ungünstige Arbeitsbelastung, Bewegungsmangel, emotionaler Stress, Ernährungsgewohnheiten, Überlastung und weitere Aspekte beim unspezifischen Rückenschmerz eine Rolle spielen, spricht man in Fachkreisen auch von sogenannten „bio-psycho-sozialen“ Ursachen für Schmerz.

Gerade bei diesem komplexen Sachverhalt kann eine strukturierte FPZ RückenTherapie hilfreich sein, in der, bei Ausschluss von Kontraindikationen durch den Arzt, eine Analyse der Wirbelsäulenmuskulatur durchgeführt werden kann.

Eine aktuelle Studie von FPZ zeigt, dass Patienten mit unspezifischen Rückenschmerzen häufig muskuläre Defizite und Dysbalancen aufweisen. Werden diese muskulären Defizite, welche durch eine sogenannte „Dekonditionierung der Muskulatur“ hervorgerufen werden, beseitigt, zeigt sich laut der Studie bei 93 Prozent der Patienten nach drei Monaten eine deutliche Verbesserung der Symptome.* Sogar die Bereiche Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden verbessern sich eindeutig. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, über die Bedeutung eines starken Rückens aufzuklären und so das deutsche Gesundheitssystem nachhaltig zu verbessern.

* Bei 9 von 10 Teilnehmern verbessern sich die vorhandenen Rücken- bzw. Nackenschmerzen nach dem 3-monatigen Aufbauprogramm. Quelle: Denner A.: Analyse und Training der wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York (1998).
Ein oft weit überschätzter Mythos bei muskuloskelletalen Beschwerden ist das sogenannte Wirbelgleiten, auch als Spondylolisthesis bekannt. Bei diesem Wirbelgleiten gleitet ein Wirbelkörper nach vorn (Anterolisthese) oder nach hinten (Retrolisthese).

Was ist die Ursache für das Wirbelgleiten?
Ursache hierfür ist zumeist ein Defekt im Bereich des Wirbelbogens. Ein Wirbelgleiten erzeugt im Normalfall keine Beschwerden und ist deshalb in den allermeisten Fällen ein Zufallsbefund. Je nach Quellenangabe bleiben ca. 80-90% der Menschen mit Gleitwirbel beschwerdefrei und bedürfen keiner speziellen Therapie. Sollten dennoch Rückenschmerzen auftreten, sind die Ursachen in den meisten Fällen multifaktoriell.

Was bedeutet „multifaktoriell“?
Biologische, psychische und soziale Faktoren spielen immer bei der Entstehung von Rückenschmerzen eine Rolle, so dass selten eine Ursache für diese verantwortlich gemacht werden kann. Man spricht dann von sogenannten „unspezifischen Rückenschmerzen“. In den allermeisten Fällen fallen auch Menschen mit Wirbelgleiten in die Kategorie der Patienten mit unspezifischem Rückenschmerz. In sehr seltenen Fällen ist das Wirbelgleiten alleine für die Beschwerden verantwortlich, also „spezifisch“.

Wie groß ist die Gefahr, dass ein Wirbelgleiten schwerwiegende Rückenprobleme erzeugt?
Diese Gefahr ist sehr gering. Neben der Tatsache, dass 80 - 90% der betroffenen Menschen ohne Rückenbeschwerden bleiben, ist ein Fortschreiten des Wirbelgleitens ebenfalls sehr selten. Bleibt das Wirbelgleiten unentdeckt und unbehandelt, drohen in der Regel auch keine Horrorszenarien wie plötzliche Lähmungen, Taubheitsgefühle oder Verlust der Kontrolle über Blase und Darm. Schwere und seltene Formen des Wirbelgleitens werden in der Regel bereits früh erkannt und je nach Schweregrad (es wird eingeteilt nach Meyerding Grad 1 – 4) operativ versorgt. Doch auch hier gibt es eine gute Nachricht. Selbst bei spezifischen Rückenbeschwerden durch ein Wirbelgleiten wird zumeist nicht operiert, sondern es wird ein spezifisches Training für die wirbelsäulenstabilisierende Muskulatur empfohlen und erfolgreich umgesetzt.

Sollten Belastungen wie schweres Heben oder bestimmte Sportarten von Menschen mit Gleitwirbel vermieden werden?
Große Belastungen oder eine „Knickbewegung“ der Wirbelsäule sind in der Regel nicht die Ursache eines Wirbelgleitens. Auch Sportarten wie Delfinschwimmen, Stabhochsprung, Turnen und Trampolinspringen erhöhen nicht das Risiko, ein Wirbelgleiten hervorzurufen oder Rückenbeschwerden aufgrund eines Wirbelgleitens zu bekommen. Die Diagnose „Wirbelgleiten“ bedeutet deshalb auch nicht generell das Aus für das Lieblingshobby, weshalb auch Ärzte bei der „Zufallsdiagnose: Spondylolisthesis“ kein Sportverbot für bestimmte Sportarten aussprechen. In wenigen Fällen ist eine engmaschige ärztliche Kontrolle bei Menschen mit Wirbelgleiten indiziert.

Was wird bei der Diagnose Wirbelgleiten - Spondylolisthesis empfohlen?
Empfehlungen, „die Wirbelsäule durch Ruhe zu entlasten“, „durch ein Korsett zu stabilisieren“ oder „die Wirbel in irgend einer Form zu schützen“ müssen kritisch hinterfragt werden. Sie führen in den allermeisten Fällen ebenso regelhaft wie vorhersehbar zu einer Beschwerdeverstärkung und damit mittelfristig zu chronischen Rückenschmerzen.

Erfolgreiche Methoden, Rückenbeschwerden – auch bei Wirbelgleiten – zu vermeiden, sind eher ein spezifisches Krafttraining der Bauch- und Rückenmuskulatur bzw. der Rumpfmuskulatur in allen Bewegungsrichtungen sowie Beweglichkeits- und Ausdauertraining. Wichtig ist dabei, dass die Maßnahmen immer regelmäßig und langfristig erfolgen und Trainingsprogramme individuell auf den einzelnen Menschen und dessen individuelle Ziele zugeschnitten sind. Durch regelmäßiges Training und Bewegung lässt sich das Wohlbefinden und damit die Lebensqualität von Rückenschmerzgeplagten so deutlich und dauerhaft verbessern.